2026 03 25 Bautechnik8Rund 112 Fachleute aus Verwaltung, Bauwirtschaft, Planung und Wissenschaft kamen am 25. März 2026 in der Beuth-Halle der Berliner Hochschule für Technik zum VSVI-Seminar „Bautechnik“ zusammen. Nach der Begrüßung durch Prof. Dr.-Ing. Jörg Patzak, Leiter des Arbeitskreises Aus- und Fortbildung der VSVI Berlin-Brandenburg, bot die Veranstaltung einen breiten Überblick über aktuelle Entwicklungen im Straßen- und Infrastrukturbau.

 


Den Auftakt vollzog Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Christian Lippold (Die Autobahn GmbH des Bundes) mit einem Beitrag zum Bau von Autobahnen im Spannungsfeld zwischen Haushaltsfinanzierung und Sondervermögen. Im Mittelpunkt standen die aktuellen Herausforderungen bei Bau und Erhaltung der Autobahninfrastruktur, insbesondere die Modernisierung des Brückenbestandes sowie die finanziellen Rahmenbedingungen zukünftiger Infrastrukturinvestitionen.

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Louis-Philipp Lang (Hauptverband der Deutschen Bauindustrie) zeigte anschließend auf, wie sich die Rahmenbedingungen im Straßenbau derzeit strukturell verändern. Zunehmend prägen Erhaltungsmaßnahmen im Bestand, volatile Materialpreise sowie neue Anforderungen an Digitalisierung und Nachhaltigkeit die Branche. Bauunternehmen entwickeln sich dabei zunehmend zu integrierten Infrastrukturpartnern, die Bauproduktion, Datenmanagement und Lebenszyklusbetrachtung miteinander verbinden.

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Mit einem Blick auf innovative Technologien stellte Dr.-Ing. Dirk Ebersbach (VIA IMC GmbH) digitale Lösungen für die Baustelle vor. Beispiele wie der Einsatz von Drohnen, mobile Vermessungstechnologien und digitale Datenerfassung verdeutlichten das Potenzial moderner Technologien zur Effizienzsteigerung und zur Verbesserung von Planungs- und Bauprozessen.

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Im Anschluss erläuterte M. Sc. Michael Sulzbach (Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen–BASt) Ansätze zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Straßenin-frastrukturen. Vorgestellt wurden Methoden zur Bilanzierung von Umweltwirkungen und Nachhaltigkeitsindikatoren über den gesamten Lebenszyklus von Straßenbau-projekten.

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Einen weiteren Schwerpunkt bildeten neue Ansätze der Kreislaufwirtschaft. Fenja Schuylenburg und Svenja Höhne (Drees & Sommer SE) stellten den sogenannten Circularity Passport vor, mit dem Materialien und Bauteile digital dokumentiert und über ihren Lebenszyklus hinweg nachvollziehbar gemacht werden können. Ziel ist es, Stoffkreisläufe zu schließen und Infrastrukturprojekte künftig ressourcenschonender zu gestalten.

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Aus Sicht eines Herstellers berichtete Dipl.-Ing. Dipl.-Wirtsch.-Ing. Christoph Meurer (DEUTAG Mischwerke) über Erfahrungen mit temperaturabgesenkten Asphalt-mischungen. Durch reduzierte Herstellungstemperaturen lassen sich Energieverbrauch und CO₂-Emissionen bei Produktion und Einbau deutlich verringern.

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Ein besonders praxisnaher Beitrag folgte mit dem Bericht von M. Eng. Stefan Bohnebuck (STRABAG AG) über den Rückbau der Brücke an der Wuhlheide in Berlin. Die Notmaßnahme stellte hohe Anforderungen an Planung, Organisation und Bauausführung, insbesondere durch den engen Zeitrahmen, die Lage im dicht bebauten Stadtgebiet sowie die Sicherung angrenzender Infrastruktur.

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Den Abschluss bildete der Vortrag von Dipl.-Inf. Uwe Reinhardt (Technische Universität Dresden) zur Entwicklung verbesserter Zustands- und Nutzungsdauerprognosen für Asphaltstraßen. Ziel der Forschung ist es, auf Basis vorhandener Zustandsdaten und weiterentwickelter Modelle den zukünftigen Erhaltungsbedarf präziser abschätzen zu können.
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Neben den fachlichen Vorträgen bot das Seminar zahlreiche Gelegenheiten zum Austausch zwischen Praxis, Verwaltung und Wissenschaft. Die positive Resonanz der Teilnehmenden zeigte, wie groß das Interesse an aktuellen Entwicklungen im Straßen- und Infrastrukturbau ist. Das Seminar „Bautechnik“ hat damit erneut deutlich gemacht, wie wichtig der fachliche Dialog innerhalb der Branche ist – und es hat Lust auf die kommenden Veranstaltungen der VSVI gemacht. Die sehr gute Organisation vor Ort, hochkarätige Referierende und zahlreiche Möglichkeiten zum fachlichen Austausch sorgten für einen rundum gelungenen Seminartag.

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