Am 29. September 2026 veranstalteten die Bezirksgruppen Potsdam und Berlin der VSVI Berlin-Brandenburg das Brückenbausymposium 2026 an der Fachhochschule Potsdam. Mit insgesamt 154 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Verwaltung, Wissenschaft, Ingenieurbüros, Bauüberwachung und Bauausführung stieß die Veranstaltung auf eine hervorragende Resonanz. Die hohe Beteiligung sowie die zahlreichen Fachgespräche während der Pausen und nach den Vorträgen unterstrichen das große Interesse an den aktuellen Herausforderungen des Brückenbaus.
Nach der Begrüßung durch Frank Schmidt, stellvertretender Vorsitzender der Bezirksgruppe Potsdam, und Arne Huhn von der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt Berlin erwartete die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein abwechslungsreiches Programm mit neun Fachvorträgen. Die Themen spannten dabei einen Bogen von strategischen Fragestellungen der Infrastrukturentwicklung über aktuelle Forschungsergebnisse bis hin zu bedeutenden Brückenbauprojekten in Berlin und Brandenburg. 
Den Auftakt vollzog Arne Huhn mit seinem Vortrag zum „Masterplan Brücken 2025 bis 2040“. Er stellte die Herausforderungen einer alternden Brückeninfrastruktur in Berlin sowie die geplanten Maßnahmen zum Abbau des Instandsetzungsrückstaus vor. Deutlich wurde, dass eine langfristige und strategische Planung unverzichtbar ist, um die Leistungsfähigkeit des Brückennetzes auch künftig sicherzustellen. Im Anschluss präsentierte Nina Becker von der KIWA GmbH die Ergebnisse einer systematischen Untersuchung von 14 Brückenunterbauten im Land Brandenburg. Anhand konkreter Beispiele zeigte sie auf, dass bestehende Bauwerke häufig erhebliche Potenziale für eine weitere Nutzung bieten und dass eine fundierte Bauwerksbewertung sowohl wirtschaftliche als auch nachhaltige Lösungen ermöglichen kann. Mit ihrem Vortrag zu wasserstoffinduzierter Spannungsrisskorrosion griff Maxine Fabian von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) ein hochaktuelles Forschungsthema auf. Die Ausführungen machten deutlich, welche Bedeutung die frühzeitige Erkennung und Bewertung von Schädigungsmechanismen für die Dauerhaftigkeit und Sicherheit bestehender Brückenbauwerke besitzt.
Nach der Kaffeepause standen konkrete Praxisbeispiele im Mittelpunkt. Andreas Müller vom Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg berichtete über Spannstahluntersuchungen und den Einsatz moderner Monitoringverfahren an der Brücke über die Schwarze Elster in Wahrenbrück. Der Vortrag zeigte anschaulich, wie digitale Überwachungssysteme und kontinuierliche Zustandsbeobachtungen zunehmend zu wichtigen Instrumenten der Bauwerkserhaltung werden. Mit dem Vortrag zum Ersatzneubau der Marggraffbrücke stellte Sabine Hüller vom Wasserstraßen-Neubauamt Berlin ein aktuelles und anspruchsvolles Brückenbauprojekt vor. Anschaulich erläuterte sie die technischen, organisatorischen und verfahrensrechtlichen Herausforderungen, die bei Planung und Umsetzung eines Ersatzneubaus im urbanen Umfeld zu bewältigen sind. Einen besonderen Akzent setzte der Vortrag von Lukas Osterloff vom Ingenieurbüro Miebach. Anhand aktueller Beispiele zeigte er die Möglichkeiten und Potenziale des Holzbrückenbaus auf. Die vorgestellten Projekte verdeutlichten, dass der nachwachsende Baustoff auch im Ingenieurbau zunehmend an Bedeutung gewinnt und interessante Perspektiven für nachhaltige Infrastrukturprojekte eröffnet.
Den Nachmittagsblock eröffnete Prof. Dr.-Ing. Bernd Schweibenz von der Fachhochschule Potsdam mit einem Fachvortrag aus Forschung und Praxis. Dabei wurden aktuelle Entwicklungen und zukünftige Herausforderungen an der Schnittstelle von Technik, Projektmanagement und wirtschaftlichem Infrastrukturbetrieb beleuchtet. Mit der neuen Elbbrücke Wittenberge stellte Kathrin Fiedler von der DEGES GmbH eines der bedeutenden Brückenbauprojekte im Zuge der A14 vor. Die Teilnehmer erhielten spannende Einblicke in Planung, Bauabläufe sowie die technischen und organisatorischen Anforderungen eines Großprojekts dieser Größenordnung. Den Abschluss des Symposiums bildete der Vortrag von Dr.-Ing. Nicole Schillo und Mathias Seidel von der DEGES GmbH zum Ersatzneubau der Ringbahnbrücke in Berlin. Am Beispiel dieses bundesweit beachteten Infrastrukturprojekts wurden die besonderen technischen, logistischen und verkehrlichen Herausforderungen eines Brückenersatzneubaus unter laufendem Verkehr und in dicht bebauter innerstädtischer Lage dargestellt.
Deutlich wurde im Laufe des gesamten Symposiums, dass die Zukunft des Brückenbaus nicht allein im Neubau liegt. Viele Vorträge zeigten eindrucksvoll, welches Potenzial in einer präzisen Zustandsbewertung, intelligenten Erhaltungsstrategien, innovativen Untersuchungsmethoden und modernen Monitoringverfahren steckt. Gleichzeitig machten die vorgestellten Großprojekte deutlich, welche planerischen, technischen und organisatorischen Herausforderungen beim Ersatzneubau wichtiger Verkehrsbauwerke zu bewältigen sind. Die Kombination aus Forschung, Verwaltung und praktischer Projektumsetzung verlieh der Veranstaltung ihren besonderen Wert.
Alle Referentinnen und Referenten überzeugten mit fachlich fundierten, praxisnahen und zugleich zukunftsorientierten Beiträgen. Die Themenvielfalt von der Bauwerkserhaltung über aktuelle Forschungsergebnisse bis hin zu bedeutenden Infrastrukturprojekten sorgte für großes Interesse und zahlreiche fachliche Diskussionen während der gesamten Veranstaltung.
Die durchweg positive Resonanz der 154 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestätigte sowohl die hohe Qualität des Vortragsprogramms als auch den Bedarf an einem solchen Austauschformat. Ein besonderer Dank gilt allen Referentinnen und Referenten, die ihre Erfahrungen, Erkenntnisse und Projekte mit dem Fachpublikum geteilt haben. Ebenso danken wir den Verantwortlichen der Bezirksgruppen Potsdam und Berlin als Veranstaltern des Symposiums für die hervorragende Organisation und Vorbereitung der Veranstaltung.
Das Brückenbausymposium 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig der fachübergreifende Austausch zwischen Verwaltung, Wissenschaft und Ingenieurpraxis für die Zukunft der Verkehrsinfrastruktur in Berlin und Brandenburg ist. Angesichts der großen Beteiligung, der durchweg interessanten Fachvorträge und der positiven Rückmeldungen darf die Veranstaltung als voller Erfolg gewertet werden und hat das Potenzial, sich als fester Bestandteil des fachlichen Austauschs innerhalb der VSVI Berlin-Brandenburg zu etablieren.

